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Idee

Wie kommt man an junge Leute heran, um eine Botschaft zu vermitteln?

Mit wohlmeinenden Blümchensprüchen kommen wir wohl kaum an und pädagogische Auseinandersetzungen sind nur was für die ohnehin besserwissend aufgeklärten Talkshow-Schauer. Wir wollten unsere “Zielgruppe” mit deren eigener Sprache ansprechen.

Also zunächst eine klare Ansprache: “Gewalt ist Scheiße!” Aber warum sollte ein Jugendlicher das so sehen, wenn für Ihn Gewalt doch eher ein Ausdrucksmittel gegen eine verhaßte Gesellschaft ist, in der er arbeitslos, perspektivenlos, sinnlos, “wert - los” den Frust schiebt, oder wenn Gewalt als extremer Fun-Faktor gegen langweilende Heile-Welt-Orientierungen dient, wenn es am Stadionrand mal wieder richtig rund geht? Warum sollte Gewalt abzulehnen sein, wenn man sich als Antifaschist endlich seinen eigenen Wertehaushalt gegen “Staats-Bullen”, Nazischweine, verkorkste Erziehungszwänge zurechtgezimmert hat und dafür die “passenden Werkzeuge” zur Hand nimmt?

Warum sollte ein Schläger unserer wohlmeinenden Ratschläge zuliebe auf Gewalt als sein radikales Ausdrucksmittel verzichten?

Die Ethik des “kategorischen Imperativs” greift hier nicht. Eher schon der Kinderspruch aus Omas Zeiten: “Was Du nicht willst, das man Dir tut, ...” Und ohne jede Naivität: Was wäre, wenn der vielleicht einzige Mensch, der mich als Skin oder Hooligan wirklich liebt, der mich versteht und respektiert, wenn genau der durch meine Hände “drauf geht”, ungewollt und unglücklich, aber in jedem Fall durch meine Schuld, könnte ich in dieser Vorstellung noch einen Baseballschläger zur Hand nehmen? Oder müßte ich fortan nicht in jedem meiner anonymen Opfer ein Stück meiner selbst sehen, auf das ich schlage, das ich quäle und vernichte?

Könnte es uns gelingen, ein Bewußtsein zu schaffen, das den Jugendlichen vor dem Draufschlagen sagt: Gewalt tötet immer auch dich? Lass es! Du triffst dich selber!

Der Sprung zum “großen Gefühlskino” ist in dieser Überlegung nur ein kurzer. Denn wenn diese Botschaft zu transportieren ist, dann nur über ein emotionales Erdbeben, durch Gänsehautfeeling und entsprechend große Bilder, Gesten, Töne, wie sie eigentlich nur das Kino auf Breitleinwand und mit starkem Sound bieten kann. Um auf gerade mal drei Minuten eine komplette Story über enttäuschte Liebe, jugendlichen Frust, eingebettet in eine Arie der sinnlosen Zerstörung und Gewalt erzählen zu können, darf in der Umsetzung kein Kompromiss eingegangen werden: Also 35-mm-Format, also eigens komponierter Filmsound, also perfekte Locations, also Schauspieler, Technik, Kamera, Effekte...

So weit die Idee. Eine gewaltige Aufgabe.

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