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Thema politische Bekenntnisse
Wußten Sie, das Film keine Kultur ist? So zu erfahren jedenfalls von Dr. Gerhard Waschler, Bayerischer Landtagsabge- ordneter, nachdem er in einer großen Tageszeitung davon gesprochen hatte, dass sehr viel Geld
für Kulturprojekte im Lande gar nicht abgefragt werde.
Also fragte das Rausch-Produktionsteam nach und erhielt jene ernüchternde Auskunft: Hätten wir ein Buch geschrieben: es gäbe Geld. Hätten wir ein Museum eingerichtet: der Rubel könnte fließen. Aber Film...?
Begriffe wie Filmkunst oder Filmkultur wurden aus dem bayerisch-politischen Wörterbuch also rigoros gestrichen? Was schaffen die Filmemacher also? Lediglich fotochemikalisch fixierte Farbmuster und mit Lauten
gefüllte Tonspuren für teilnahmslose Betrachtung in abgedunkelten Räumen?
Film ist also keine Kultur, auch wenn die Politik gerade jetzt vielfach von einer Kultur der Gewaltlosigkeit spricht als Zielsetzung eines breiten gesellschaftlichen Konsenses. Und... soll gar in der jetzt neu
propagierten „Deutschen Leitkultur“ Engagement gegen dumpfe Gewalt kulturlos sein?
Alle Bemühungen, auch öffentliche Mittel für “Rausch” aufzutreiben, scheiterten nicht nur in diesem Fall - in München und in Berlin - kläglich an Unzuständigkeitsbekun- dungen,
Telefon-Vermittlungs-Wirrungen und ministeriellen Sackgassen, die in etwa so aussahen: Ressort Soziales, in der Vermittlung die ganze Geschichte erzählt, im Vorzimmer die ganze Geschichte erzählt, schließlich der
Staatssekretärin die ganze Geschichte erzählt und als Dank ein mitleidiges „Ja schön..., aber was meinen Sie denn, mit was wir uns die ganze Zeit abplagen müssen!” Man kümmere sich ohnehin um
Problemjugendliche und deren Wiedereingliederung. Aber wohl nicht darum, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
So beschäftigt man sich im Ministerium des Innern darum, dass die Polizei an die richtigen Plätze kommt, wo vielleicht gerade zugeschlagen wird. Aber das Zuschlagen verhindern? „Fragen Sie doch mal im
Kultusministerium nach!“ Dort ist man gerade dabei, Lehrpläne zu zimmern, in denen Gewaltprävention auch ein Thema sein soll. Aber dass auch Kino einen bildenden Einfluss haben könnte... “Probier’n
Sie es doch mal bei der Filmförderung!” Die fördert aber eigentlich nur Kommerzielles oder cineastische Kunstwerke, aber ein Kinospot gegen Gewalt? Was Soziales...
Besonders bedrückend die Erfahrung mit “politischem Aktionismus”: Das eilig von Herrn Schily eingerichtete “Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt” - ließ auf unser
Förderansinnen hin mitteilen, dass man zwar einen dringenden Handlungsbedarf sehe, dass auch der “BfDT” darauf hinwirke “(...) einen Trend zu erreichen, das gesellschaftliche Klima weltoffener und toleranter
erfahren zu lassen (...)” Und zwar über “(...) vorhandene Aktivitäten koordinieren, zusätzliche Impulse geben, mithelfen, geplante Projekte zu realisieren, Kontakte herzustellen, Fachwissen zu vermitteln
(...)”, aber dringend benötigtes Geld? Fehlanzeige. Bei so viel politischem Verbalaktionismus erstaunt es dann auch nicht, dass es in einem Antwortschreiben des “Vorbereitungsbüros” weiter heißt, dass sich
zwar jeder gerne beteiligen dürfe, dass aber die Gründung eines Beirates des BfDT aber ohnehin noch ausstehe, der dann alleinig Entscheidungen zu treffen kompetent sei. Da könne man sich dann auch wieder
hinwenden ... Bis dahin ist unser Film jedoch schon längst realisiert, geschnitten, vertont und im Kino.
Und man wird auch hier den Eindruck nicht los, dass zwar viel geredet wird, um als positive Trendsetter in den Medien vertreten zu sein. Aber wenn es um die Taten geht, kneift grün-rote Politik diplomatisch
kunstfertig und bürokratisch effektiv ebenso wie weiß-blaue und schwarz-gelbe.
Wir haben es aufgegeben. Die Wirtschaft ist eben doch näher dran am Leben als die Politik. Die Volkswagen AG hat das Hauptsponsering übernommen und präsentiert sich damit auch gerne als weltoffen, liberal
und auch engagiert. Beides passt hier zusammen. Globales Denken, Produzieren und Vermarkten hat eben sowohl eine wirtschaftliche wie eine kulturelle Seite. SAT. 1
Chef Fred Kogel fand nach erster Ansicht das Filmmaterial gut und die Idee belohnenswert. Auch er fand eine Möglichkeit, unser Projekt zu unterstützen. Ein Dank auch an Beiträge jeder Größenordnung (siehe Sponsoren- und Teamliste) bei denen durchwegs persönliches Engagement von Zupacken bis “Zur-Verfügung-Stellen” nicht hinterfragt wurde mit “Was bringt es mir?” sondern mit “Was kann ich tun, statt nur zu reden oder gar zu schweigen?”
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