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Interview Regie

Marcus Ulbricht führt seit zwei Jahren Regie, u.a. bei TV-Serien wie “Mallorca” und “Verbotene Liebe”.

Warum ein Spot gegen Gewalt
Gewalt ist Teil unseres Alltags. Auf der ganzen Welt. Sie begleitet uns Menschen eigentlich jeden Tag, ob in der Tagesschau oder vor der eigenen Haustür. Auch wenn man natürlich nicht immer direkt mit ihr konfrontiert wird. Aber Gewalt taucht in jeder sozialen Schicht und an vielen Punkten des öffentlichen Lebens auf. Nur in unterschiedlicher Form. Es gibt Gewalt in der Familie, in der Schule, im Fußballstadion und auf der Straße. Leider.

Kann man mit einem Spot etwas ändern
Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung. Sie führt zu nichts. Außer dass man sich selbst und anderen Schaden zufügt. Vielleicht kann man mit einem Spot nicht gleich die Einstellung der Menschen verändern und sie bestimmt nicht zu besseren Menschen machen. Aber man kann dieses Thema ansprechen. Man kann Menschen sensibilisieren. Vor allem junge Menschen. Zumindest hoffen wir das. Und vielleicht überdenkt der eine oder andere, ob es so sinnvoll ist, bei Konflikten los zu schlagen. Oder ob es nicht doch anders geht. Wir zeigen deshalb auch in unserer Geschichte, die nur eine von unzähligen ist, wozu Gewalt ganz konkret führen kann.

Gibt es in dem Spot eine Lösung
Nein. Es gibt nicht e i n e Lösung. Wenn wir von einem Patentrezept wüßten, wären wir wahrscheinlich weiter und hätten den Spot nicht gemacht. Zumindest nicht so.

Warum kein Spot gegen Rechts
Jeder macht das zur Zeit. Doch Gewalt kommt nicht nur von Rechts. Wie schon gesagt, man trifft sie überall an. Wir setzen uns da vom aktuellen Trend ganz bewußt ab. Man sollte sich immer fragen, wo kommt Gewalt eigentlich her. Wie wird sie erzeugt. Auch Gewalt von Rechts. Wir vermuten, dass es sehr viel häufiger ganz private Motive sind, die zur Gewalt führen, als man denkt.

Wie wurde das Projekt finanziert
Das fand ich sehr spannend. Im Zuge der aktuellen Kampagne gegen Rechts sprach der Bundeskanzler von einem Aufstand der Anständigen. Es gibt einen riesigen Sondertopf der Bundesregierung, von über 100 Millionen war in der Presse zu lesen, die die Aktivitäten unterstützen sollen. Davon haben wir keinen Pfennig gesehen. Weder der Münchner OB, noch die Landesregierung Bayerns, noch der Bund wollten bislang unser Projekt fördern. Auch die Wirtschaft hielt sich sehr bedeckt. Konzerne, die im Jahr Milliarden umsetzen. Vielleicht weil wir nicht dem Modetrend folgen. Ich sage das ganz bewußt. Wir hätten ja auch Rechtsradikale nehmen können und dann wäre es ein Spot gegen Rechts gewesen.

Also kein Geld
Nicht ganz. Zu unser Überraschung stand und steht uns die Film- und Fernsehindustrie mit Rat und Tat zur Seite. Auch der Volkswagen Konzern will noch miteinsteigen. Wir haben große Unterstützung von der Bavaria Film, SAT. 1, der CineMedia AG, Cine Plus, digiSite und Kodak erhalten. Nicht nur durch Geld, sondern in Form von Beistellungen, die wiederum, wenn man sie hätte bezahlen müssen, enorme Summen ergeben, wurde uns von vielen Seiten geholfen. So konnten wir im Grunde genommen auf einem hohen Niveau arbeiten. Vor allem aber auch wegen eines wirklich tollen Teams, das dieses Projekt unterstützt hat. Da haben über 40 Leute, alles Profis, ihre Freizeit geopfert, um für eine gute Sache anzutreten. Ohne Geld zu verlangen.

Und jetzt kommt der Spot ins Kino
So sieht es aus. Denn ein Verleih, Buena Vista, hat uns ins Programm genommen.

Was war die größte Hürde für das Projekt
Ich glaube der erste Schritt. Tatsächlich. Der erste Schritt ist immer der schwerste. Zu sagen. Ja. Hier ist eine Idee. Sie ist gut. Und das machen wir jetzt. Auch wenn es unmöglich scheint.

Wieso unmöglich
Kino ist eine technisch sehr aufwendige Sache. Und wir haben auch noch sehr aufwendig produziert. Ohne zunächst einen Pfennig in der Tasche zu haben. Da gehört schon Mut dazu.

Was war die größte positive Überraschung
Der enorme Einsatz der Menschen, die uns geholfen haben. 

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